Auf den ersten Blick sieht die Lage gar nicht so schlecht aus: Nach langen Jahren des Schattendaseins hat die Politik die Familie und damit auch die frühkindliche Bildung mittlerweile als Thema für sich entdeckt. Schon jetzt haben alle Kinder ab drei Jahren in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Und bis zum Jahr 2013 soll es für 35 Prozent der unter Dreijährigen in Deutschland einen Betreuungsplatz geben – so sieht es zumindest das Kinderförderungsgesetz vor.
Kindertageseinrichtungen spielen – neben der Familie – für die frühkindliche Förderung und Erziehung eine tragende Rolle, heißt es auch im Weltbildungsbericht 2009 der UNESCO. Chancen-Ungleichheiten können hier abgebaut werden.
Doch die große Bedeutung der frühkindlichen Bildung für Leben und Lernen wird nach wie vor unterschätzt, bedauern die UNESCO-Experten.
Davon können auch viele Eltern ein Lied singen. Die Probleme fangen bei der meist mühsamen Suche nach einem Krippenplatz an, setzen sich bei hohen Kita-Gebühren fort und enden bei überforderten Erzieherinnen und Einrichtungen, in denen Kinder höchstens betreut, nicht aber gebildet werden.
„Es gibt sicherlich Kindergärten, die alles bestens machen. Es sind aber zu wenige“, sagt Bettina Peetz, Geschäftsführerin bei JAKO-O, dem Versandhandel für Kindersachen mit Köpfchen. Das Unternehmen aus Bad Rodach ist seit langem Kooperations- und Fördermitglied des Deutschen Familienverbandes, der größten parteiunabhängigen, überkonfessionellen und mitgliedergetragenen Interessenvertretung von Familien in Deutschland.
Darüber hinaus setzt sich JAKO-O mit einer ganzen Reihe von Aktionen dafür ein, dass sich die Verhältnisse in Krippen, Kindergärten und Schulen ändern - damit wirklich alle Kinder die gleichen Bildungschancen erhalten. Seit sechs Jahren engagiert sich das Unternehmen außerdem als Partner der „Lokalen Bündnisse für Familien“.
Bettina Peetz, selbst Mutter von drei Kindern, stört sich vor allem an zu großen Gruppen und zu wenig individueller Förderung des einzelnen Kindes durch Fachleute im Kindergarten. Es sollte nicht mehr das Privatvergnügen der Eltern sein, eine Logopädin, Ergotherapeutin oder auch einen Psychologen zu besuchen. Grundsätzlich sollten die Besten die Kleinsten unterrichten – entsprechend nötig seien höhere Gehälter für Erzieherinnen und Erzieher.