Spielen wird oftmals als unnötiger Zeitvertreib abgestempelt. Neurophysiologen, die sich mit kindlichen Entwicklungsprozessen beschäftigen, belegen jedoch eindrucksvoll, dass das Spiel die primäre Lernform der Heranwachsenden darstellt. Das Schöne daran, Spielen macht Spaß und das Lernen geschieht quasi nebenbei, ganz unbewusst.
Kinder sind kleine Forscher, sie lieben es zu experimentieren und auszuprobieren, sie sind permanent auf der Suche nach neuen Erkenntnissen, an denen sie wachsen können. Basis einer ganzheitlichen Entwicklung sind demnach nicht vorrangig die zahlreichen Frühförderprogramme, bei denen unsere Kinder möglichst früh rechnen oder schreiben lernen, sondern Spiel- und Bewegungsräume, in denen sie sich frei entfalten können.
Gerade in einer Welt, die zunehmend von technischen Fortschritten, beispielsweise in Form von Computerkonsolen oder Fernsehen, vereinnahmt wird, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Kinder die Möglichkeit bekommen, sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.
Durch vielfältige Sinneserfahrungen eignen sich Kinder die Beschaffenheiten von Bäumen, Pflanzen, Tieren usw. an und lernen somit die Gesetze der Natur zu verstehen. Es genügt nicht, diese Informationen allein über Medien (beispielsweise in Form von Wissenssendungen) zu erfahren. Begreifen setzt Greifen bzw. Berühren voraus. Aus diesem Grund lieben es Kinder, Regenwürmer oder Käfer zu sammeln, um diese somit erforschen zu können.
Dazu gehört es auch, sich einmal schmutzig zu machen. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Kinder gerade dann gut lernen, wenn sie emotional beteiligt sind. Wer seinen Sprössling stets daran hindert sich auch einmal „einzusauen“, greift – wenn auch nicht willentlich – in die Entwicklungsprozesse seiner Kinder ein. Hinzukommend belegen neuere Studien, dass Spielen in der freien Natur an der frischen Luft das Immunsystem der Heranwachsenden stärkt und die Kids folglich weniger anfällig für Erkältungen sind.